Neues Leben der Plätze in Chorweiler

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b_450_337_16777215_00_images_Artikel_Chorweiler_2017_05_urban_plaetze3.jpgAm Samstag, dem 13. Mai 2017, hat im Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud eine Veranstaltung stattgefunden, die für die Bewohner von Chorweiler von großem Interesse gewesen sein dürfte.

Es ging um die Städtebauförderung. Im Foyer des Museums haben sich Architekten, Stadtplaner und  Bürger versammelt, denen es nicht gleichgültig ist, wie die Stadt und ihre Quartiere aussehen sollten. Wir haben bereits berichtet, dass die Stadt Köln 10 Millionen Euro vom Bund als Bauförderung bekommen hat, davon 5 Millionen allein für den Stadtteil Chorweiler. Das hat Seltenheitswert. Üblicherweise hat man viele Ideen, aber kein Geld. Hier ist es anders: das Geld ist da, man braucht nur Ideen. Und die mussten die Bewohner liefern, nämlich die Bewohner von Chorweiler. Und sie haben daran im letzten Jahr, zusammen mit den Planern, tüchtig gearbeitet.

Jetzt sollten die Architekten liefern. Und das haben sie auch getan. Bei der Veranstaltung im Wallraf-Richartz-Museum wurden große s.g Pop-Up-Banner ausgestellt, auf denen verschiedene zukünftige Baustellen, - auch die von Chorweiler -, abgebildet waren. Die jeweils zuständige Architekten-Gruppe hat ihre Vorhaben und den Stand der Projekte anhand dieser Banner erklärt. Einige stellten das Projekt „Via Culturalis“ (ein Kulturpfad zwischen dem Kölner Dom und der Kirche St. Maria im Kapitol) vor, das Köln als historische Stätte präsentierte und der zweite Teil beschäftigte sich mit dem Projekt „Lebenswertes Chorweiler“. Architekten haben die Fragen von interessierten Bürgern und lokalen Politikern (darunter auch der Bezirksbürgermeister von Chorweiler Zöllner) und Bürgern beantwortet. Die Veranstaltung wurde moderiert von dem bekannten Kölner Historiker Martin Stankowski.

Nach einer kurzen Kaffeepause ging es auf einem Rundgang zu den nahe gelegenen Baustellen um den Dom herum. Die Führung machte die Leiterin des Stadtplanungsamtes, Frau Müller, zusammen mit Herrn M. Stankowski. Die Architekten Ute Piroeth und Wolfgang Rüppel begleiteten die Gruppe. Sie haben seinerzeit die Pumpanlage Kuhlenweg in Rheinkassel gestaltet. Martin Stankowski hat seine Führung mit den Worten beendet: „Bei Kölner Prinzipien steht immer Hoffnung gegen Realität“.

b_173_130_16777215_00_images_Artikel_Chorweiler_2017_05_urban_plaetze1.jpgb_173_130_16777215_00_images_Artikel_Chorweiler_2017_05_urban_plaetze2.jpgb_173_130_16777215_00_images_Artikel_Chorweiler_2017_05_urban_plaetze6.jpgb_173_130_16777215_00_images_Artikel_Chorweiler_2017_05_urban_plaetze4.jpg

Danach ging es in einem Shuttlebus nach Chorweiler. Hier wurde die Diskussion vorgesetzt, jetzt nur mit den Architekten von URBAN CATALYST studio, die sich mit der Gestaltung der Plätze in Chorweiler beschäftigten. Eine Fotoausstellung erinnerte an die einzelnen Phasen der Bürgerbeteiligung im letzten Jahr. Es entstand ein lebhafter  Meinungsaustausch zwischen Planern und Chorweiler Bürgern. Die Jugendlichen vom Debattierclub (Jugendzentrum Pegasus) haben ihre Projekte vorgestellt. Es gab auch eine kritische Stimme, die das Projekt als „wie von Hahnwaldbewohnern entworfen“ empfunden hat (Hahnwald gehört zu den exklusivsten und teuersten Villenvierteln in Köln). Die Architekten haben dagegen gehalten, dass sie extra eine Weile eine Wohnung in der Osloerstrasse bewohnt haben, um ein Gefühl für Chorweiler zu bekommen. Es gab wieder viel Austausch von Ideen und Vorschlägen. Aus dem großen Parkplatz Liverpooler Platz wird eine Mehrzweckfläche. Eine Betonpassage wird umgestaltet und kann als Kletterwand genutzt werden und wird noch um eine Bühne erweitert. Der Pariser Platz bekommt einen Brunnen. Es werden dort Spielangebote installiert und der „Tisch der Nationen“ soll die Menschen im Stadtteil zusammen bringen. Am 11. Mai hat die Bezirksvertretung Chorweiler dem Konzept zugestimmt und nahm in den Beschluss noch den Wunsch z. B. nach einer zusätzlichen Toilette und einem Radschutzstreifen auf. Am 18. Mai soll das Programm abschließend im Stadtrat beschlossen wird. Etwa in einem Jahr kann mit dem Umbau begonnen werden.

Nach dieser Veranstaltung kann man sich noch mal überzeugen: Obwohl Chorweiler der einzige Bezirk ist, der nicht mit der Innenstadt verbunden ist, ist Chorweiler trotzdem ein Teil dieser wunderbaren Stadt. Herr Zöllner hat im Museum einen mutigen Vorschlag gemacht: Via Culturalis Cologne bis hin zu Chorweiler ziehen zu lassen. Das wäre auch gegenüber Chorweiler gerecht.

16.05.2017, Larissa Owtscharenko

Visualisierung: URBAN CATALYST studio

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