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Haustürgeschäfte sind immer noch ein großes Problem in Chorweiler

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Sitz der Verbraucherzentrale in Chorweiler
Sitz der Verbraucherzentrale in Chorweiler
Allmählich spricht es sich herum, doch noch immer kennen längst nicht alle Menschen in Chorweiler das neue Angebot der Verbraucherzentrale in unserem Stadtbezirk. Seit dem 1. März 2016 bieten Ute Bembennek, Dagmar Kautz und Christopher Bertges jeden Dienstag von 15 bis 17 Uhr in der Kulturbrücke an der Post kostenlos Verbraucherberatung an. Unsere Korrespondentin Jasmin Lienstädt hat das Chorweiler Büro besucht.

Die Zahl der Besucher der Verbraucherberatung sei seit der Eröffnung im März beständig angestiegen, berichtet Bembennek. Es kämen junge wie alte Menschen und etwa ebenso viele Frauen wie Männer. Die meisten hätten einen Migrationshintergrund und oft gebe es Verständigungsprobleme. Aus rechtlichen Gründen könne die Verbraucherzentrale aber grundsätzlich keinen Dolmetscher stellen, sagt Ute Bembennek. Es ist aber natürlich erlaubt, selbst einen Übersetzer zu organisieren und diesen mitzubringen.

Ute Bembennek wohnt selbst nicht in Chorweiler, sondern in Ehrenfeld, kennt jedoch die besonderen Probleme und Bedürfnisse der Menschen in unserem Bezirk recht gut. Seit längerem schon engagiert sich die Verbraucherberaterin hier in diversen sozialen Projekten. Zudem arbeitet die Verbraucherberatung mit verschiedenen lokalen Institutionen wie etwa dem Deutsch-Türkischen Verein oder der Synagogengemeinde zusammen. Aufgrund ihrer früheren Tätigkeit in einer Rechtsanwaltskanzlei ist sie mit rechtlichen Fragen sehr vertraut.

Häufig komme es zu Missverständnissen, was den Aufgabenbereich der Verbraucherzentrale betreffe, da vielen Menschen schon die genaue Bedeutung des Begriffs „Verbraucher“ nicht klar sei. Wenn Menschen mit sozialen Anliegen zu ihnen kommen, müssen Bembennek und ihre beiden Kollegen diese allerdings an andere dafür zuständige, Institutionen wie etwa die Caritas oder die Seniorenberatung, verweisen. Weiterhelfen kann die Verbraucherberatung etwa, wenn Menschen Schwierigkeiten haben, ihre Strom- oder Gasrechnung zu bezahlen oder mit der Entrichtung des Rundfunkbeitrags im Rückstand sind.

In Chorweiler gebe es immer noch häufig Probleme mit sogenannten Haustürgeschäften von Stromanbietern und mit Drückerkolonnen, die Zeitschriftenabonnements verkaufen, berichtet Bembennek. So kämen viele Menschen plötzlich zu Verträgen, die sie weder benötigten noch sich leisten könnten. Daneben berät die Verbraucherzentrale auch bei Reklamationen nach dem Einkauf von Möbeln und sonstigen Artikeln. Zudem können sich Betroffene dort informieren, wie sie sich gegen im Internet abgeschlossene Abo-Fallen, sowie generell gegen unseriöse Geschäftspraktiken zur Wehr setzen können. Damit es zu solchen Problemen möglichst erst gar nicht kommt, empfiehlt Bembennek, Vertragsunterlagen mit nach Hause zu nehmen, damit man sie noch einmal in Ruhe durchlesen und verstehen kann. Ferner seien „Papierrechnungen“ empfehlenswert, beispielsweise beim Abschluss von Handyverträgen. Von Online-Geschäften und telefonischen Vertragsabschlüssen sei dagegen eher abzuraten, besonders für Menschen, die die deutsche Sprache noch nicht perfekt beherrschen. Wer unsicher ist, kann Vertragsunterlagen auch vor der Unterschrift zur Verbraucherberatung mitbringen.

Doch meist kommen die Menschen erst zur Verbraucherberatung, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Dann versuchen Bembennek und ihre Kollegen Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Probleme sollen möglichst schnell und direkt vor Ort gelöst werden. Zu vielen Anliegen und typischen Problemen gibt es bereits Musterbriefe, die man von den Webseiten der Verbraucherzentrale herunterladen kann. Manchmal lösten sich Probleme im Verlauf eines Gesprächs auch fast von selbst.

Auch wenn die Verbraucherzentrale grundsätzlich nur für rechtliche Probleme zuständig ist, verstehe sich die Filiale in Chorweiler schon als „sozialorientiert“, sagt Bembennek. Das Angebot im Kölner Norden sei auch als Türöffner gedacht, da das Angebot der Verbraucherzentrale an der Frankenwerft 35 wegen der großen Entfernung viele Menschen aus Chorweiler nicht erreiche. Nicht nur in dieser Hinsicht ist die Verbraucherberatung in Chorweiler ein Vorreiter. Bembennek hofft, dass das Angebot noch bekannter wird. Mit Ständen auf Bezirks- und Nachbarschaftsfesten macht die Verbraucherberatung immer wieder auf sich aufmerksam.

Auf Anfrage bieten die Mitarbeiter der Verbraucherberatung gerne Informations- und Bildungsveranstaltungen für Gruppen an (Kontakt: Verbraucherzentrale NRW, Verbraucherberatung im Quartier, Frankenwerft 35, 50667 Köln, Tel.: 0221 84618888, Fax: 0221 84618833, E-Mail:koeln.quartier@verbraucherzentrale.nrw)
Weitere Informationen zur Verbraucherzentrale finden Sie hier: www.verbraucherzentrale.nrw

20.10.2016, Jasmin Lienstädt

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